Idealer Begleiter im Ausland: Das Tagebuch

Gibt es eine bessere Zeit, mit dem Tagebuch schreiben zu beginnen als im Ausland? Die Eindrücke einer unbekannten Welt, spannende, amüsante oder irritierende Begegnungen mit der fremden Kultur: Wer die Stationen seiner Auslandszeit festhält, reflektiert die neuen Erfahrungen und schafft bleibende Erinnerungen.

 

Gregor Gysi tut es ebenso wie Erika Pluhar oder Benjamin von Stuckrad-Barre: Der Politiker, die Schauspielerin und der Publizist führen Tagebuch und schreiben nieder, was sie bewegt. Doch man muss weder berühmt noch schriftstellerisch versiert sein, um Spaß am Führen eines Tagebuchs zu finden. Vor allem, wenn ein neuer Lebensabschnitt beginnt, ist das Aufschreiben eine ideale Methode, Erlebnisse festzuhalten und Klarheit über Situationen und sich selbst zu gewinnen.

 

 

Persönliches Logbuch der Auslandszeit

Eine Entsendung ist ein solcher Lebensabschnitt, dazu einer, der meist mit vielen Fragen und Unsicherheiten verknüpft ist. Schon im Vorfeld eines Auslandsumzugs kann ein Tagebuch dabei helfen, die Vor- und Nachteile des geplanten Schritts analysieren und mit dem Umzugsstress fertig werden. In der ersten Zeit nach der Ankunft wird es vielleicht die fehlenden sozialen Kontakte ersetzen. Oder es hält ganz einfach fest, was diese neue Lebensphase an schönen, ungewöhnlichen oder gar exotischen Erfahrungen mit sich bringt. Und zwar nicht in der für die Öffentlichkeit bestimmten Facebook-Version, sondern ganz persönlich und intim.
Denn das Tagebuch braucht keine geschliffenen Formulierungen, weltbewegenden Geistesblitze oder Fotos mit hohem Neid-Faktor. Jedes Wort, jedes Bild, jede Formulierung ist genauso, wie es sein soll: ein Spiegelbild der eigenen Persönlichkeit.

 

Jede Form ist richtig

Neben dem klassischen Tagebuch, in dem in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen Erlebtes und eigene Gedanken niedergeschrieben werden, gibt es viele weitere Arten für persönliche Notizen:

  • die knappe, kalendarische Form, die, einem Logbuch ähnlich, das Tagesgeschehen dokumentiert
  • das Tagebuch, das an einen bestimmten Leser gerichtet ist und z. B. aus vielen Briefen bestehen kann
  • das unkonventionelle Skizzenbuch, in dem Bilder, Fotos, Gedichte, Zeitungsausschnitte und vieles mehr mit Gedanken und Daten verknüpft werden
  • das Frage-Tagebuch, in dem der Schreiber zunächst Fragen formuliert und sich schriftlich mit ihnen beschäftigt
  • das Freude-Tagebuch, in dem nur positive, aufbauende Gedanken und Erfolgserlebnisse festgehalten werden
  • das Kurztagebuch, in dem sich der Schreiber jeden Tag nur fünf Minuten lang einer bestimmten Frage oder einem Thema widmet. So viele Tage lang, bis er dieses Thema als ausreichend behandelt empfindet
  • das virtuelle Tagebuch im Internet, das der Schreiber auch der Öffentlichkeit zugänglich machen kann

 

Spaß mit Nutzen

Ganz gleich, welche Form der Schreiber wählt: Tagebuch zu schreiben hat etwas Romantisches – und darüber hinaus auch einen klaren Nutzen: Wer Tagebuch führt, reflektiert, was er erlebt, kann schwierige Situationen besser meistern und schafft sich einen Raum, in dem er sich mitteilen kann. Durch das Aufschreiben

  • gewinnt der Schreiber Abstand zu den Anforderungen des Alltags
  • lässt sich Bilanz ziehen
  • können Ziele überdacht oder neu formuliert werden
  • lassen sich Probleme aus verschiedenen Sichtwinkeln betrachten
  • verlieren Unbehagen und diffuse Ängste an Macht
  • gewinnt der Schreiber Klarheit über sich selbst

Einfach anfangen

Haben Sie Lust bekommen? Dann geben Sie sich einen Ruck und fangen Sie an. Ob Ihnen ein einfaches Schulheft genügt, ob Sie edles Papier und einen guten Füller brauchen oder aber am liebsten in Ihren Rechner tippen, ist ganz unerheblich. Wichtig ist nur, dass Sie sich die Chance geben, „süchtig“ zu werden! Das erreichen Sie am besten, indem Sie sich zu Anfang eine feste Zeit für das Schreiben reservieren. Am besten täglich. Falls Sie die sprichwörtliche Angst vor dem leeren Papier packt, hilft es, sich einfach ein paar Fragen zu stellen und diese dann schriftlich zu beantworten. Ein paar Anregungen für den Beginn:

  • Was habe ich heute erlebt?
  • Was ist heute das Allerwichtigste für mich?
  • Was ist mir wichtig im Leben?
  • Was will ich in den nächsten sechs Monaten erreichen?
  • Was hat mich heute glücklich gemacht?
  • Was macht mir im Augenblick Sorgen?
  • Was würde ich tun, wenn nichts und niemand mich beschränken würde?

Ob Sie sich nun die Zeit nehmen, um eine Chronik ihrer Auslandszeit zu erstellen, ob Sie etwas in Ihrem Leben ändern wollen oder konkret ein neues Ziel anstreben: Ein Tagebuch hilft Ihnen dabei festzuhalten, woher Sie kommen und wohin Ihr Weg Sie führt. Und das ist für mobile Expatriates nie verkehrt!

 

 

 

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