Reform des individuellen Einkommensteuergesetzes in China

Das neue Einkommenssteuergesetz in China wurde im September verabschiedet. Es soll eine fairere Einkommensverteilung schaffen und das Wirtschaftswachstum ankurbeln. Die Hauptänderungen treten zum 1. Januar 2019 in Kraft, jedoch sind die genauen Ausführungsbestimmungen noch nicht konkretisiert. Einige Klauseln, darunter die Mindestschwelle für die Steuerbefreiung, sollen bereits am 1. Oktober diesen Jahres in Kraft treten.

 

Neuerungen

Bisher wurde die Steuerpflicht anhand der Kriterien des Wohnsitzes und der Aufenthaltsdauer in China ermittelt. Nun werden ab dem 1. Januar 2019 neue Definitionen von „ansässigen“ und „nicht ansässigen“ Personen im individuellen Einkommensteuerrecht eingeführt. Der neue Änderungsentwurf besagt, dass alle Individuen, die einen Wohnsitz in China haben oder die keinen Wohnsitz haben und sich länger als 183 Tage im Steuerjahr in China aufhalten, Einkommensteuer für ihr Einkommen aus China als auch für das Welteinkommen zahlen müssen. Alle anderen Individuen ohne Wohnsitz müssen nur für das Einkommen aus China Einkommensteuer entrichten. Diese Änderung wird Auswirkungen für ausländische Steuerzahler in China haben, da für sie eine Steuerbefreiung für das Welteinkommen galt, wenn sie weniger als 5 Jahre in China blieben.

Unter das Einkommen von Individuen fallen nach dem neuen chinesischen Einkommensteuergesetz Lohn und Gehalt, Arbeitsentgelt, Manuskriptvergütung und Lizenzgebühren. Auch für Unternehmen werden mehrere Positionen zu einem Geschäftseinkommen zusammengefasst. Nach dem Gesetz wird die Einkommensteuer für ansässige Personen anhand des gesamten Steuerjahres berechnet. Die Regelung zur Berechnung der Einkommensteuer pro Monat oder pro Zeitabschnitt bleibt für die nicht-ansässigen Personen bestehen.

Ebenfalls ab 1. Januar 2019 werden erstmalig spezielle zusätzliche Abzüge eingeführt. Darunter zählen Ausgaben für Kindererziehung, Weiterbildung, Krankheitskosten für schwere Krankheiten, Hypothekenzinsen, Mieten und Aufwendungen für die Pflege älterer Menschen. Früher galten diese Sonderabzugsposten nur für ausländische Residenten.

Durch die Reform des Einkommensteuergesetzes wird auch ein System durch die chinesischen Steuerbehörden eingeführt, das Steuerhinterziehung vermeiden soll. Die Steuerbehörden werden befugt, Methoden zur Steueranpassung vorzunehmen.

 

Änderungen seit 1. Oktober 2018

Bereits ab dem 1. Oktober 2018 wird der Mindestbetrag für die Befreiung von der Einkommensteuer von 3.500 Yuan auf 5.000 Yuan pro Monat bzw. 60.000 Yuan pro Jahr angehoben. Der Mindestbetrag speziell für ausländische Arbeiter wird abgeschafft und dem neuen Beitrag für chinesische Arbeiter angepasst.

Die Einkommensteuer wird gemäß einer neuen Steuersatztabelle ohne besonderen zusätzlichen Abzug berechnet.