Rechtslage und Sozialversicherung in Großbritannien: Expats und Unternehmen müssen aufmerksam bleiben

Das Thema Brexit ist nach wie vor sehr aktuell für Expatriates und Unternehmen, die Mitarbeiter nach Großbritannien entsandt haben oder entsenden wollen. Wichtig ist, dass Sie die laufenden Verhandlungen aufmerksam verfolgen und entsprechend handeln.

Bis zum 29. März 2019 können bereits entsandte Arbeitnehmer während ihres Arbeitseinsatzes in Großbritannien in Deutschland versichert bleiben, da bis dahin die EU-Verordnungen noch gelten. Arbeitnehmer und Familienangehörige brauchen in der Regel lediglich eine A1-Bescheinigung und es muss sich beim Einsatz um einen befristetetn Einsatz von maximal 24 Monaten handeln. Diese Regelungen gelten für alle Sozialversicherungszweige als auch für Berufspendler.

Für langfristige Entsendungen sollten Sie weiterhin Anträge für den gesamten Entsendezeitraum stellen, der geplant ist, und nicht nur bis zum 29.03.2019. Mit dieser Angabe sind Sie im Fall von Nachfolgeverhandlungen abgesichert.

Falls kein Nachfolgevertrag auf EU-Ebene mit Großbritannien zustande kommt, gibt es noch ein Sozialversicherungsabkommen zwischen Deutschland und dem Vereinigten Königreich, das ursprünglich aus dem Jahr 1960 stammt. Hiermit werden voraussichtlich deutsche Arbeitnehmer, die in Zukunft nach Großbritannien ensandt werden sollen, geschützt. Das Abkommen regelt nämlich den Verbleib in der deutschen Sozialversicherung für deutsche Staatsangehörige. Es gelten nur kleine Unterschiede: Das Abkommen bezieht sich z. B. auf das Kindergeld, jedoch nicht auf Elterngeld oder Pflegeversicherung. Zusätzlich sind die Entsendungen auf 12 Monate begrenzt und es muss ein Antrag auf Ausnahmevereinbarung genehmigt werden, bevor diese Zeit abläuft.

Für Berufspendler, die in Deutschland und in Großbritannien tätig sind, sorgt das Sozialversicherungsabkommen ebenfalls für einige kleine Veränderungen. Zum Beispiel werden Arbeitstage in Deutschland der deutschen Sozialversicherung zugeordnet und die in Großbritannien der britischen Sozialversicherung.

(Quelle: Techniker Krankenkasse)

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