Großeltern auf Zeit: Unterstützung für Expat-Familien

Wer mit Kindern ins Ausland zieht, kämpft neben allen organisatorischen Fragen noch mit einer ganz anderen Herausforderung: Großeltern oder andere Angehörige und Freunde können die Expat-Familie nicht mehr entlasten. Eine Oma oder ein Opa „auf Zeit“ kann diese Lücke schließen – doch der Schritt sollte wohlüberlegt und gut geplant sein.

 

Menschen mit Lebenserfahrung, die Expat-Familien im Ausland als Au-pair unterstützen: diese Idee einer Oma oder – sehr viel seltener: eines Opas – „auf Zeit“, die oder der Familien im oft anstrengenden Expat-Alltag entlastet, klingt bestechend. Vor allem für Dual Career-Familien kann die tatkräftige Hilfe durch einen lebensklugen Menschen, der mit Gelassenheit, Erfahrung und Neugier auf andere Kulturen für eine gewisse Zeit zum Familienmitglied wird, die Möglichkeit schaffen, Kinder, Haushalt und Beruf unter einen Hut zu bringen.

Auf der anderen Seite bietet ein Auslandsaufenthalt bei einer Gastfamilie junggebliebenen und aktiven Damen und Herren die Chance, für eine gewisse Zeit ihre Reiselust zu stillen, neue Länder und Menschen kennenzulernen und vielfältige Erfahrungen zu sammeln. Und die Zahl der interessierten Best-Ager wächst.

 

Agenturen als Kontaktbörse

Inzwischen gibt es eine Reihe von Vermittlungsagenturen, die den Kontakt zwischen Gastfamilien und älteren Au-pairs vermitteln. Sie unterscheiden sich vor allem in den Gebührenmodellen: Bei einigen ist eine Mitgliedschaft erforderlich, andere bitten erst bei erfolgreicher Vermittlung zur Kasse.

Dabei sollte Interessenten immer bewusst sein, dass die Agenturen lediglich vermitteln. Die tatsächlichen Bedingungen für den Au-pair-Aufenthalt werden nach dem Erstkontakt zwischen Gastfamilie und Au-pair individuell ausgehandelt. Unterbringung, Aufgaben, Aufgaben, Teilnahme am Familienleben, Übernahme der Reisekosten, Taschengeld oder Zuschuss zu einem Sprachkurs – diese Punkte sollten besprochen und geklärt sein, bevor sich die Großeltern auf Zeit ins Flugzeug setzen.

 

Chancen und Risiken für beide Seiten

Nicht immer gelingt der Auslandsaufenthalt auf Anhieb, es warten Fallstricke: Das Privatleben wird transparenter, als es einem vielleicht zunächst lieb ist oder es treffen unterschiedliche Lebensentwürfe, Einstellungen und Erwartungen aufeinander. So berichten einige der Leih-Großmütter, dass ihnen zwar Familienanschluss versprochen worden war, sie sich aber nach der Ankunft in der Rolle einer unbezahlte Dienstbotin wiedergefunden haben. In einer derartigen Situation ist es unerlässlich, dass die Au-pair-Großeltern über genügend finanzielle Mittel verfügen, um den Aufenthalt im Zweifel vorzeitig beenden zu können.

Ebenfalls wichtig: die Frage der Aufenthaltserlaubnis. Während der Begriff Au-pair für junge Leute bis 30 Jahre (in Deutschland bis 25 Jahre) eindeutig geklärt ist und es in vielen Ländern spezielle Visabedingungen für Au-pairs gibt, ist es für ältere Menschen ein nicht zu unterschätzendes Risiko, in ein Land einzureisen, in dem sie mit einem Touristenvisum nicht arbeiten dürfen. Zu diesem Thema gibt es für Vermittlungsagenturen und Politik noch Einiges zu tun.

Doch grundsätzlich gilt: Mit Offenheit und Toleranz auf beiden Seiten kann die gemeinsam verbrachte Zeit für Gast-Oma und Gast-Familie gleichermaßen zu einer wunderbaren Erfahrung werden, von der alle profitieren und die nicht selten in einer dauerhaften Freundschaft mündet.

 

Weitere Informationen:
www.bestagersblog.com
www.aupair-50plus.de
www.au-pair-job.eu/nanny-granny
www.granny-aupair.com
madame-grand-mere.de

 

Haben Sie Erfahrungen mit Au-Pairs? Was empfanden Sie als Bereicherung und was war eventuell schwierig? Teilen Sie Ihre Erfahrungen im Kommentarfeld am Ende der Seite!

 

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