Kurzzeit-Entsendungen: Unternehmensstrategie mit Hindernissen

Immer mehr Unternehmen möchten durch Kurzzeit-Entsendungen die Kosten für Auslandseinsätze senken. Doch geht die Rechnung am Ende wirklich auf?

Kurzzeit-Entsendungen nehmen zu. Nach einer im Mai 2015 veröffentlichten Studie „2014 Global Mobility Trends Survey“ des Beratungsdienstleisters Brookfield International liegt der Anteil der Pendler- und Kurzzeit-Engagements an Auslandstätigkeiten inzwischen bei gut einem Drittel. Auch die Zahl der unbegleiteten Einsätze steigt: Bei 49 Prozent aller Entsendungen geht der Mitarbeiter ohne Partner bzw. Familie ins Ausland. Diese Entwicklung dürfte sich in Zukunft noch verstärken. Für die Firmen spielen in erster Linie Kostenerwägungen eine Rolle, Expats scheuen vor allem die Belastungen, die ein Umzug der ganzen Familie mit sich bringt.

 

Die Tücken einer Fernbeziehung

Die Entfernung zum Einsatzort bestimmt die Art der alternativen Entsendungsformen. Innerhalb Europas überwiegen Arrangements, bei denen der Expat unter der Woche am Dienstort lebt und am Wochenende nach Hause pendelt. Bei Einsätzen in ferneren Ländern kommt der Entsandte häufig nur alle acht bis zwölf Wochen für etwa 14 Tage heim. Diese Konstruktion fordert von allen Beteiligten besonders viel Flexibilität und Kompromissbereitschaft. Nach Wochen, in denen sich zuhause ein Alltags-Rhythmus ohne Partner, Vater oder Mutter eingespielt hat, müssen sich alle erst wieder aneinander gewöhnen. Auf den wenigen gemeinsamen Tagen lastet zudem ein enormer Erfolgs- und Harmoniedruck: Die Zeit soll genossen werden. Für Konflikte bleiben weder Raum noch Zeit. Der Expat nimmt sie also mit in seinen Arbeitsalltag.

 

Ohne Familie nicht effektiver

Doch nicht nur beim Heimaturlaub warten Fallstricke auf den Kurzzeit-Entsandten. Den wenigsten gelingt im Ausland eine gute Balance zwischen Job und Privatleben, denn ein möbliertes Apartment und Wäscheservice am Entsendungsort reichen als „Zuhause“ nicht aus. Ein typisches Reaktionsmuster ist die Flucht in die Arbeit, der 14-Stunden-Tag wird zum Ersatz für Partnerschaft und Familienleben. Manche Expats begrüßen es dabei zunächst, dass sie sich ganz dem Job widmen können. Doch Sport, gesunde Ernährung, Erholung und Entspannung bleiben auf der Strecke, die Gefahr eines „Burn out“ steigt rapide an.

 

Mit individuellen Konzepten zum Erfolg

Unternehmen haben in den letzten Jahren erkannt, wie wichtig eine optimale Unterstützung ihrer Auslandsmitarbeiter ist. Nun ist es an der Zeit, dass sie bewusst auch Kurzzeit-Entsendungen genau unter die Lupe nehmen: Spart diese Form des Auslandsengagements wirklich so viele Kosten, dass die damit verbundenen Nachteile gerechtfertigt sind? Oder rechnet sich in vielen Fällen auf lange Sicht nicht doch eher ein klassisches Assignment?

Sind Kurzzeit-Einsätze unumgänglich, brauchen Auslandstätige und ihre Familien eine maßgeschneiderte Unterstützung für die besonderen Herausforderungen, die diese Einsatzform mit sich bringt. Denn nur, wenn auch im privaten Umfeld die Weichen richtig gestellt sind, hat der Expatriate die Chance, seine Energien, seine Kreativität und sein Know-how tatsächlich dafür einzusetzen, wozu er den Schritt in die Fremde wagt: Sein Unternehmen erfolgreich zu vertreten.

Going-Global-E-Book-Beruflich-auf-dem-Weg-ins-Ausland

Beruflich auf dem Weg ins Ausland

Stehen Sie vor der Entscheidung für einen beruflich bedingten Auslandsaufenthalt? Oder planen Sie Ihren Umzug bereits konkret? Begleiten Sie Ihren Partner auf dem Weg ins Ausland? Dieses E-Book zeigt Ihnen von der Entscheidungsfindung bis zur Ankunft im Ausland, wie Sie Ihre Auslandszeit optimal vorbereiten. Damit Ihr Start gelingt!

Zum E-Book >