Repatriates: Das Potential der Auslandsrückkehrer nutzen

Die Reintegration von Auslandsrückkehrern wird nur von wenigen Unternehmen systematisch unterstützt. Dabei gehören Expats nicht nur zu den teuersten Mitarbeitern überhaupt, sondern verfügen über einen Erfahrungsschatz, der gehoben werden sollte.

Unternehmen investieren viel, wenn Sie Mitarbeiter ins Ausland entsenden. Vorbereitungstraining, Auslandszulage, Wohnkosten, Heimflüge und andere Unterstützungsmaßnahmen tragen dazu bei, dass ein Auslandsmitarbeiter leicht mit dem Dreifachen seines bisherigen Inlandsgehalts zu Buche schlägt. Steht die Rückkehr in die heimische Zentrale an, sieht die Welt ganz anders aus: Die Mehrzahl aller Auslandsrückkehrer ist bei der Reintegration auf sich alleine gestellt. Arbeitgeber gehen selbstverständlich davon aus, dass der Mitarbeiter sich rasch wieder nahtlos ins Unternehmensgefüge integriert.

 

Rückkehr als Neuanfang

Doch die hohe Zahl der Mitarbeiter, die bald nach der Rückkehr den Arbeitsplatz wechselt, zeigt ein anderes Bild. 13 Prozent aller Repatriates, so eine Untersuchung des Beratungsunternehmens Brookfield Global Relocation Services aus dem Jahr 2014, verlassen das Unternehmen in den ersten beiden Jahren nach der Rückkehr. Fragt man nach den Gründen, fällt häufig der Begriff des „umgekehrten Kulturschocks“: Ähnlich wie bei der Ausreise in ein unbekanntes Land, kommt Heimkehrern vieles fremd vor, das einst vertraut und selbstverständlich erschien. Freunde und Angehörige, vor allem aber auch Kollegen und Chefs, zeigen wenig Interesse an ihren Erfahrungen. Die Strukturen im Unternehmen haben sich verändert, die alten Netzwerke tragen nicht mehr, der erwartete Karriereschub durch die Auslandsjahre bleibt aus: Der Rückkehrer fühlt sich fremd wie nie zuvor.

 

Nicht zu Ende gedacht

„Wer bei uns Karriere machen will, braucht Auslandserfahrung“, heißt es noch immer bei der Mehrzahl der international tätigen Unternehmen. Und tatsächlich werden Personalentwicklung, Austausch von Ideen und Förderung einer globalen Firmenkultur sehr häufig genannt, wenn man nach den Gründen für die internationale Mobilität von Mitarbeitern fragt. Doch wie passt dazu die immer wiederkehrende Klage der Rückkehrer, dass sie ihren Erfahrungszuwachs nicht nutzen dürfen? Dass niemand im Unternehmen Interesse zeigt an dem, was Sie an Einsichten, Know-how und frischem Blick aus dem Ausland mitbringen?

 

Anerkennung zeigen und Erfahrungen abrufen

Dabei lässt sich Einiges tun, um Auslandsrückkehrern den Neustart zu erleichtern und ihr Potenzial zum Tragen kommen zu lassen:

  • Der erste und wichtigste Schritt besteht in der Einsicht, dass die Reintegration von Expatriates kein Selbstläufer ist, sondern gezielt unterstützt werden muss.
  • Expatriates dürfen während der Entsendung nicht „aus den Augen und aus dem Sinn“ geraten. Ein Mentor im Stammhaus kann viel dazu beitragen, dass Auslandsmitarbeiter in den Köpfen präsent bleiben.
  • Mitarbeiter investieren beruflich wie persönlich viel, wenn sie für einige Jahre ins Ausland gehen. Es tut ihnen gut, wenn sie spüren, dass Arbeitgeber dieses Investment anerkennen. Selbst ein schlichtes, aber deutlich ausgesprochenes „Danke“ kann schon viel bewirken.
  • Die Erfahrungen der Rückkehrer sollten von Fachabteilungen wie vom HR-Bereich systematisch abgerufen werden. Die Form – Rückkehrerseminar oder Debriefing in einem strukturierten Gespräch – ist dabei weniger wichtig. Entscheidend ist die Tatsache, dass der Mitarbeiter die Gelegenheit erhält, seinen Wissenszuwachs und seine Erwartungen zu artikulieren.

Eine systematische Reintegration von Auslandsrückkehrern ist weit weniger aufwendig als die Vorbereitung einer Entsendung und nützt allen Beteiligten: Repatriates fühlen sich mit ihrem Wissenszuwachs anerkannt und geschätzt, potentielle Entsendekandidaten werden durch den wertschätzenden Umgang mit Rückkehrern in ihrer Entscheidung für einen Auslandseinsatz bestärkt und das Unternehmen gewinnt aus erster Hand fachliches und interkulturelles Know-how sowie ein ehrliches Feedback zu Entsendepraxis.

 

Welche Ansätze verfolgen Sie, um die Reintegration zu erleichtern? Was sollten Expats bedenken? Wir freuen uns über Ihre Nachricht in der Kommentar-Box!

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