Aus der Ferne für Angehörige da sein

Der Job macht Freude. Partner und Kinder fühlen sich am Einsatzort wohl. Doch für viele Expats sind Angehörige daheim ein Grund zur Sorge: Wer kümmert sich, wenn die eigenen Eltern Hilfe brauchen?

 

Nicht nur Expatriates sind von der Frage betroffen, was zu tun ist, wenn die eigenen Eltern ihren Alltag nicht mehr selbst bewältigen können. Doch es macht einen gewaltigen Unterschied, ob man fünf oder 5.000 Kilometer entfernt voneinander lebt. Sicher, beim Eintreten eines Notfalls würde man gleich nach Hause fliegen. Aber was tun, wenn sich ein längerer oder gar dauerhafter Betreuungsbedarf entwickelt?

Miteinander sprechen

Unsicherheit, ein „es wird schon alles gut gehen“ oder ein schlechtes Gewissen sind schlechte Ratgeber. Sinnvoller ist es, früh das offene Gespräch mit den Angehörigen zu suchen. Das ist nicht immer leicht und erfordert viel Taktgefühl. Doch es ist eine Chance für alle Beteiligten, sich so auf die veränderte Situation vorzubereiten, dass keine Seite sich übergangen oder bedrängt fühlt. Folgende Punkte sind wichtig:

  • Schildern Sie Ihre Gedanken, aber hören Sie in diesem Gespräch vor allem auch besonders aufmerksam zu.
  • Überlegen Sie gemeinsam, welche Schwierigkeiten auftauchen könnten und fragen Sie Ihre Eltern, wie Sie sich dann verhalten sollen. Denken Sie dabei einige Jahre in die Zukunft.
  • Sprechen Sie, wenn es möglich ist, auch über die wirtschaftliche Absicherung. Wie ist die Situation? Sind die nötigen Versicherungen vorhanden? Wo sind im Notfall alle wichtigen Dokumente? Was wäre noch zu veranlassen?
  • Auch Fragen zur gesundheitlichen Situation sollten nicht tabu sein. Stellen Sie sicher, dass Sie für Notfälle zumindest die Namen und Adressen der behandelnden Ärzte kennen.
  • Beziehen Sie Geschwister, andere Angehörige oder Freunde in Ihre Überlegungen mit ein. Welche Aufgaben könnten sie übernehmen? Ziehen Sie eventuell auch die Unterstützung durch externe Dienstleister in Betracht.
  • Vereinbaren Sie, auf welche Weise Sie miteinander in Kontakt bleiben.
  • Legen Sie fest, wer im Notfall rasch verfügbar ist, wer Sie informiert, in welchem Fall Sie kommen und wie rasch Sie da sein können.

Die Entscheidung, ins Ausland zu gehen und hilfsbedürftige Angehörige zurückzulassen, fällt niemandem leicht. Aber sicherlich ist es auch keine ideale Alternative, auf die Entsendung zu verzichten. Versuchen Sie daher, aktiv und kreativ nach Möglichkeiten zu suchen, um den Alltag der eigenen Eltern zu verbessern und für möglicherweise eintretende Situationen gewappnet zu sein. So können Sie zumindest mit dem beruhigenden Gefühl abreisen, für einen hoffentlich nie eintretenden Notfall vorgesorgt zu haben.

 

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