Expat-Communities: Time to say Goodbye

Alle Jahre wieder: Die großen Ferien nahen und in den Expat-Communities weltweit steht die Umzugssaison vor der Tür. Die besten Tipps für alle, die bleiben.

 

Die Einladungen zu Abschiedspartys, das bange „Aber Ihr bleibt doch noch, oder?“ der Freunde und die gelichteten Reihen beim letzten Elternabend des Schuljahres: Sie alle sind Vorboten des großen Exodus‘, der sich mit schöner Regelmäßigkeit in den Expat-Communities in aller Welt vollzieht. Zum Sommer dreht sich das Umzugskarussell besonders schnell. Vor allem Familien nutzen die Schulferien, um sich mit Kisten, Koffern, Erinnerungen und Erwartungen im Schlepptau auf den Weg zu machen. Zurück nach Hause oder auf zum nächsten Einsatz.

 

Bewusst auf den Weg machen

Wer gerade vor der Mammutaufgabe steht, seinen nächsten Umzug vorzubereiten, hat im Wirbel aller anstehenden Aufgaben oft wenig Ruhe, um sich mit den damit verbundenen Gefühlen auseinanderzusetzen. Anflüge von Trauer, vermischt mit bangen Erwartungen und mit der Vorfreude auf den Folgeeinsatz oder auf daheim zeigen sich punktuell. Sie werden im Umzugstrubel aber leider viel zu häufig großzügig zur Seite geschoben. Wie wichtig es ist, richtig Abschied zu nehmen, lesen alle, die gehen, in diesen Beiträgen für Auslandsrückkehrer und Weiterziehende.

 

Das Zurückbleiben meistern

Doch auch bei jenen, die bleiben, weckt die Aussicht, dass lieb gewonnene Menschen sich aus dem gemeinsamen Alltag verabschieden, unterschiedlichste Emotionen. Trauer über den Abschied, das Gefühl, zurückzubleiben, Sorge, ob sich die Lücke füllen lässt und manchmal auch ein bisschen Sehnsucht oder Neid: Die, die weiter oder aber nach Hause ziehen, stecken voller Überlegungen, machen Pläne, haben viel zu tun. Und plötzlich wirkt das bisher so wohltuende Gefühl, sich im Gastland mittlerweile zuhause zu fühlen, fast ein wenig schal oder langweilig.

Leider gehört Abschiednehmen auch nicht zu den Aufgaben, die mit der Zeit leichter werden. Im Gegenteil: Die Trennung von vertrauten Menschen schmerzt immer wieder neu und scheint sich im Laufe der Jahre zu addieren. Das führt im schlimmsten Fall dazu, dass man sich überhaupt nicht mehr auf neue Menschen einlässt. Eine denkbar unbefriedigende Strategie! Glücklicherweise gibt es bessere Möglichkeiten, diese Besonderheit des Expat-Lebens zu meistern:

  • Auch wenn Sie ein Mensch sind, der nur ein, zwei gute Freunde braucht, um sich wohlzufühlen: Spannen Sie im Ausland ihr soziales Netz von Anfang an bewusst ein wenig weiter. Seien Sie nicht zu wählerisch und seien Sie sich bewusst, dass einige der Beziehungen, die im Ausland entstehen, ausschließlich auf der gemeinsamen Lebenssituation gründen und danach sehr schnell enden.
  • Oft entstehen im Ausland auch lange, tiefe Freundschaften, die dann über Kontinente hinweg beibehalten werden – und fast immer spürt man sehr genau, wann das der Fall ist. Überlegen Sie gemeinsam, wie Sie in Kontakt bleiben. Vielleicht lässt sich der erste Besuch schon planen?
  • Suchen Sie auch Kontakte mit Einheimischen: Die Wahrscheinlichkeit, dass diese während Ihrer Einsatzzeit weit wegziehen, ist zumindest geringer als bei Expatriates.
  • Lassen Sie nicht zu, dass sich im Laufe der Jahre Ihr persönliches Umfeld verkleinert: Wenn Freunde gehen, ist es wichtig, bewusst auf neue Menschen zuzugehen.
  • Das geht oft besonders gut, wenn man sich ein neues Projekt oder eine neue Aktivität sucht. Beim Sport, einer Weiterbildung oder in einem Ehrenamt lassen sich leicht Kontakte knüpfen. Gleichzeitig lenkt das neue Engagement die Gedanken in eine positive Richtung.

Zu guter Letzt: Ersparen Sie sich und vor allem denen, die gehen, einen Abschied auf Raten. Das passiert oft als unbewusster, aber denkbar ungeeigneter Versuch, den Abschiedsschmerz zu erleichtern. Die, die bald gehen, werden seltener angerufen, nicht mehr eingeladen, sind innerlich schon „abgehakt“ – und fühlen sich auf diese Weise bereits abgeschrieben, noch bevor die erste Umzugskiste gepackt ist. Lassen Sie es nicht soweit kommen, sondern genießen Sie bewusst die gemeinsame Zeit, die Ihnen bleibt.

 

Wie gehen Sie mit den vielen Abschieden um, die das Auslandsleben mit sich bringt? Haben Sie Mut und Energie, sich immer wieder neu auf Menschen einzulassen? Welche Strategie macht das Abschiednehmen für Sie zu einer runden Sache? Teilen Sie Ihre Tipps und Erfahrungen im Kommentarfeld weiter unten!

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