A1-Bescheinigung bei Entsendungen innerhalb der EU

Bei Entsendungen von eigenen Mitarbeitern in das europäische Ausland müssen nicht nur Beiträge in Deutschland entrichtet werden, sondern auch in dem jeweiligen Mitgliedstaat.

Um die doppelte Beitragszahlung zu vermeiden, ist im europäischen Gemeinschaftsrecht geregelt, dass bei Entsendungen in andere EU-Mitgliedstaaten, EWR-Staaten oder der Schweiz nur die deutschen Rechtsvorschriften gelten. Hierfür müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Die A1-Bescheinigung gilt für den entsandten Mitarbeiter als Nachweis dafür.

 

Ab 2019 verpflichtend maschinell zu beantragen

Bereits seit dem 1. Januar 2018 kann mit Hilfe einiger Abrechnungsprogramme die A1-Bescheinigung beantragt werden. Die elektronische Beantragung wird ab dem 01.01.2019 verpflichtend sein. Hieraus wird deutlich, dass Arbeitgeber stark von diesen Verfahren betroffen sein werden und gegebenenfalls die internen Prozesse anpassen müssen.

Wichtig dabei zu wissen, ist, dass selbst für kurze Entsendungen die A1-Bescheinigung bereits erforderlich ist. Die Rahmenbedingungen geben keine zeitliche Grenze vor, allerdings zählen hierzu auch Meetings oder Workshops in Mitgliedstaaten. Ohne Beantragung einer A1-Bescheinigung drohen bei Kontrollen Probleme und ggf. Strafen, wie z. B. die Verweigerung des Zutrittes auf das Firmengelände.

Verstärkte Kontrollen vor Ort

Entsandte Mitarbeiter werden in den EU-Staaten vermehrt an Flughäfen oder in Hotels kontrolliert. Falls die A1-Bescheinigung nicht vorliegt, drohen Strafzahlungen. Besonders in Österreich und Frankreich werden Entsandte häufiger geprüft. Momentan reicht es in diesen Ländern aus, nachzuweisen, dass die A1-Bescheinigung vor Beginn der Dienstreise beantragt wurde, um Geldstrafen zu vermeiden.